Familiendaten der
 Paul Wolfgang Merkelschen Familienstiftung Nürnberg

Dr. phil. Georg "Eduard" Merkel

männlich 1874 - 1945  (71 Jahre)


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  • Name Georg "Eduard" Merkel 
    Titel Dr. phil. 
    Geboren 24 Sep 1874  Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Getauft Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht männlich 
    Beruf Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Oberchemierat 
    Referenznummer 4-10.3.7 
    Gestorben 05 Dez 1945  Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Personen-Kennung I158  Paul Wolfgang Merkel
    Zuletzt bearbeitet am 5 Apr 2018 

    Vater "Wilhelm" Paul Leonhard Merkel,   geb. 11 Apr 1833, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 21 Apr 1920, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 87 Jahre) 
    Mutter "Wilhelmine" Babette Albertine Heerdegen,   geb. 25 Mai 1839, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 12 Okt 1919, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 80 Jahre) 
    Verheiratet 31 Mai 1863  Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Fotos





    Familien-Kennung F26  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie Helene Müller,   geb. 03 Feb 1879,   gest. 02 Sep 1964, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 85 Jahre) 
    Verheiratet 28 Mrz 1903 
    Kinder 
     1. Adolf Merkel,   geb. 06 Aug 1904, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 26 Mrz 1966, Unterpfaffenhofen,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 61 Jahre)
     2. Siegmund Merkel,   geb. 25 Dez 1907, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 20 Sep 1972  (Alter 64 Jahre)
    Zuletzt bearbeitet am 19 Dez 1998 
    Familien-Kennung F69  Familienblatt  |  Familientafel

  • Notizen 
    • L e b e n s l a u f
      Ich, Georg Eduard M e r k e l, wurde geboren am 24.September 1874 in Nürnberg als Sohn (7.Kind) des k. Hofrats und Frauenarztes, Dr. med. Wilhelm. Merkel und seiner Ehefrau Wilhelmine, geb. Heerdegen. Nach Besuch: des Melanchthon Gymnasiums in Nürnberg ergriff ich den Apothekerberuf. Nach praktischer Tätigkeit in Nürnberg, Fürth, Bad Homburg und Baden-Baden studierte ich an den Universitäten, München und Erlangen und bestand im Sommer 1898 an letzterer Universität die Approbationsprüfung mit Note. Darauf wandte ich mich dem Studium der Chemie zu und erhielt am 18. Februar 1901die Doktorwürde "magna cum laude" der philosophischen Fakultät der Universität Erlangen auf Grund einer Arbeit: „Beitrag zur Kenntnis der aus Eialbumin dargestellten Peptone und Albumosen." Im Sommer 1901. bestand ich an der gleichen Hochschule die -Staatsprüfung;als Nahrungsmittelchemiker mit Note I. Vom 15. Juni 1900 bis. zum Schluße des Sommersemesters 1902 war .ich als etatsmäßiger Assistent am .Pharmazeutischen Institut und Laboratorium für angewandte Chemie der Universität Erlangen angestellt. Als Hilfsarbeiter darauf an die Städt. Untersuchungsanstalt für Nahrungs- und Genußmittel in Nürnberg berufen, erhielt ich am 1. Februar 1903 Beamteneigenschaft und am 1 Jan. 1906 Unwiderruflichkeitsrechte. Am 28. März 1903 verheiratete ich mich mit Helene Müller, Tochter des Fabrikbesitzers und k. Handelsrichters Adolph Müller in Nürnberg und seiner Ehefrau Helene, geb. Stadt, welcher Ehe zwei Söhnen entsproßen. Am 1. Januar 1912 wurde ich zum Inspektor an der Städt. Untersuchungsanstalt befördert. Im gleichen Jahre erhielt ich vom Verein Deutscher Chemiker ein Stipendium von 3000 Mark zur Teilnahme an dem VIII. Internationalen Kongreß für Angewandte Chemie zu Washington und New York im September 1912. Ein Empfang bei Präsident Taft im Weißen Hause in Washington und der Besuch der Niagarafälle bildeten Höhepunkte der Reise, welche mich u.a. auch nach Pittsburg, Detroit, Chicago, Cleveland und Boston führte und bei welcher Gelegenheit geboten war, Industrieanlagen und sonstige Einrichtungen zu besichtigen. Nachdem bei Ausbruch des Weltkrieges eine freiwillige Meldung als Nahrungsmittelchemiker beim Generalkommando nicht angenommen worden war, wurde ich am 16. Okt. 1916 als Infanterist beim Ers. Landw. Inf. Rgt. 7 Rekr. Dep. I in Nürnberg eingezogen. Wegen der Folgen einer schweren Lungenentzündung an Weihnachten 1916 von der Generalinstandsetzungsmission als avH erklärt wurde ich auf Reklamation des Stadtmagistrates Nürnberg Ende Mai 1917 aus dem Heeresdienste entlaßen und trat darauf am 1.Juni wieder meine Stelle bei der Städt. Untersuchungsanstalt an. Wiederholte Lungenentzündungen im Jahre 1918 und 1919 führten zu meiner Versetzung in den zeitlichen Ruhestand am 1 Juli 1919 auf die Dauer eines Jahres. Nach Wiederherstellung meiner Gesundheit durch eine Höhensonnenkur wurde mir die Stelle des Leiters (Oberchemikers) des neu errichteten Chem. Laboratoriums beim Städt. Tiefbauamt (Stadtentwässerungsamt) Nürnberg übertragen, welche ich am 1o Mai 1920 antrat. Am 1. April 1936 wurde ich zum Oberchemierat befördert. Nachdem ich bereits 1932 dem Landesausschuß des Deutschen Luftschutz Verbandes und 1933 dem das neu gegründeten Reichsluftschutzbundes angehört hatte, wurde ich 1933 als Beratender Chemiker beim Abschnittskommando Nord der Schutzpolizei eingeteilt. Am 1.Oktober 1939 trat ich nach Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand. Seit Kriegsbeginn am 1. Sept. 1939 gehöre ich als Leitender Chemiker dem Stab des Abschnittskommandos Nord an, nachdem ich vorübergehend vom 18. 0ktober bis 30. November 39 als Fachführer des Gasabwehrdienstes bei der Örtlichen Luftschutzleitung Nürnberg-Fürth tätig war, welche Stelle Infolge Umorganisation aufgehoben wurde.
      Auszeichnungen:
      1935 Ehrenkreuz f. Kriegsteilnehmer
      1940 Luftschutz Ehrenzeichen 2. Stufe
      1942 Gold. Ehrenkreuz f.40 jähr. Dienstzeit (1938)
      1943 Kriegs-Verdienst-Kreuz II Kl. ....und 1944 mit Schwertern
      gez. Dr. Ed. Merkel

      zum Lebenslauf meines am 5. Dezember 1945 verstorbenen Vaters Oberchemierat Dr. Eduard MERKEL (von Adolf Merkel)

      Mein Vater hatte sich Ende März 1945 eine schwere Bronchitis zugezogen mit der er sich -noch nicht erholt- während der Belagerung und Einnahme Nürnbergs durch die Amerikaner vom 17. -20. April 1945 in den Luftschutzbunker am Tiergärtnertor begeben musste. Dort hatte er sich neuerlich erkältet; auch seine seelische Widerstandskraft hat durch die Ereignisse stark nachgelassen. So musste er sich mit hohem Fieber zu Bett legen. Ohne ärztlichen Beistand, ohne Wasser und ohne Medikamente, getreulich gepflegt von meiner lb. Mutter Helene geb. Müller, lag mein Vater 7 Wochen an einer schweren Lungen- und Rippenfellentzündung darnieder. Trotz scheinbarer Genesung hielten die Schwächezustände an, die sich Ende September zur Gewissheit verdichteten, dass geringe Hoffnung auf eine Gesundung bestand, da inzwischen ein Carcinom an den Tonsillen festgestellt wurde. Bis 2 Tage vor seinem Tode konnte mein Vater noch stundenweise ausser Bett sein.
      Am 5. Dezember 1945 verstarb mein lb. Vater nach langem, schweren mit größter Geduld getragenen Leiden (Tonsillencarcinom und Metastase) früh gegen 1 Uhr. Es kann angenommen werden, dass die Erkrankung durch die Tätigkeit meines Vater als Chemiker im Luftschutz (Gasabwehrdienst) beeinflußt, wenn nicht hervogerufen wurde. Am 8. Dezember 1945 wurde er um 10 Uhr bei schneidendem Frost auf dem St. Johannisfriedhof in Nürnberg im Grabe meiner Großeltern Müller (Nr. ) beigesetzt. Kirchenrat Georg Merkel hielt die Gedächtnisrede in der durch Luftangriff beschädigten St. Johanniskirche.
      Als letzte Lektüre hatte mein lb. Vater am Totensonntag 1945 ein Predigtbuch mit dem Thema "Der Tod als Freund", anknüpfend an das bekannte Bild Rethels, wo der Tod den Läutedienst für den im Lehnstuhl eingeschlafenen Türmer übernommen hat. Wie immer hat sich mein Vater, schon im Bett liegend, von meiner Mutter mit "Gute Nacht!" verabschiedet. Sein letztes Wort war ein geflüstertes "Bereit!". So ging mein lb. Vater vom Schlaf in den ewigen Schlaf.
      Die Rückkehr meines Bruders Siegmund aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft, die mein Vater so sehnlichst erwartete, hat mein Vater nicht mehr erleben können.
      im Januar 1946
      gez. Adolf Merkel



      Einwohnerbuch 1942 Oberchemierat a.D. Bucher Straße 3, II Sp.