Familiendaten der
 Paul Wolfgang Merkelschen Familienstiftung Nürnberg

Prof.Dr.med. Friedrich Merkel

Prof.Dr.med. Friedrich Merkel

männlich 1845 - 1919  (74 Jahre)

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  • Name Friedrich Merkel 
    Titel Prof.Dr.med. 
    Geboren 05 Apr 1845  Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Getauft Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht männlich 
    Beruf 1869  Erlangen Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Dr.med. 
    Beruf 1870  Göttingen, Anatomisches Institut Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Habilitation  
    Beruf 1872  Rostock Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    ordentlicher Professor, Direktor des Anatomischen Instituts 
    Beruf 1883  Königsberg Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Beruf 1885  Göttingen Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Referenznummer 3-11.5 
    Gestorben 28 Mai 1919  Göttingen,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Personen-Kennung I75  Paul Wolfgang Merkel
    Zuletzt bearbeitet am 4 Jul 2018 

    Vater Conrad "Siegmund" Merkel,   geb. 16 Aug 1806, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 26 Okt 1880, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 74 Jahre) 
    Mutter "Clara" Susanna Magdalena Osterhausen,   geb. 30 Mrz 1816, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 02 Jul 1877, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 61 Jahre) 
    Verheiratet 13 Okt 1833  Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Familien-Kennung F13  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie Anna Henle,   geb. 28 Okt 1850,   gest. 24 Sep 1923, Göttingen,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 72 Jahre) 
    Verheiratet 16 Aug 1870 
    Kinder 
     1. Elisabeth Merkel,   geb. 29 Jul 1871, Göttingen,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 03 Jul 1880, Rostock,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 8 Jahre)
     2. "Paul" Sigmund Jacob Merkel,   geb. 18 Sep 1872, Rostock,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 10 Dez 1943, München,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 71 Jahre)
     3. Anna Merkel,   geb. 07 Okt 1874, Rostock,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. Jul 1877, Rostock,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 2 Jahre)
     4. Hans Karl Merkel,   geb. 30 Aug 1878, Rostock,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 05 Okt 1914, bei Bailleul,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 36 Jahre)
     5. Wolfgang Merkel,   geb. 12 Mrz 1883, Rostock,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 02 Sep 1918, Solre-le-Chateau,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 35 Jahre)
    Zuletzt bearbeitet am 19 Dez 1998 
    Familien-Kennung F32  Familienblatt  |  Familientafel

  • Fotos
    Osterhausen Clara&3Kinder Öl Au
    OsterhausenClara&3Kinder Öl Au
    Kinder von Siegmund Merkel und Clara geb.Osterhausen: Clara, Hans, Gottlieb und Friedrich
    Öl auf Leinwand 50x40, unbekannter Maler um 1850, bei Sabine Meichelbeck5-11.5.4.2
    (S.34 A. Mez, Bilder zur Familiengeschichte PW Merkel 1983)

    Geschichten
    Prof. Dr. med. Friedrich Merkel
    Prof. Dr. med. Friedrich Merkel

  • Notizen 
    • http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Sigmund_Merkel

      http://de.wikipedia.org/wiki/Merkel-Zelle

      Erinnerungen einer Schwiegertochter
      Mariemargrit Merkel, geb. Lechner-Wallmenich, Frau des Hans Karl Merkel, schreibt über
      3-11.5 Friedrich Merkel 5.4.1845-28.5.1919 (75)
      Der 5. April wurde bei uns (=Hans Merkel und Schreiberin) oft festlich begangen, wenn die Eltern auf ihrer österlichen Reise nach dem Süden waren; und so ist es mir eine Herzensangelegenheit, am 100. Geburtstag Friedrich Merkels als Familienvater zu Gedenken, als Schwiegertochter voll dankbarster Liebe und in enger Zusammengehörigkeit.
      War es mir auch nur für kurze Zeit gegönnt, ehrfurchtsvoll liebende und geliebte Schwiegertochter zu sein- (von 1906-1919) so werden wir diese bedeutungsvoll für mein ferneres Leben.
      Von dem ersten Begegnen bis zum letzten Brief war mir der Vater liebevollst entgegengekommen, treusorgender Helfer gewesen.
      Ein mächtiger Mann - das war mein erster Eindruck - ein mächtiger Mann in mächtigem Rahmen. Als ich in die Familie kam, war der Vater 60 Jahre alt. Die Härten und Schroffheiten seines cholerischen-pessimistischen Temperaments waren bereits stark gemildert und sein Wesen hatte sich schon zur Klarheit und Größe des alten Mannes hinaufentwickelt. Mächtiges Lebensgefühl erfüllte ihn, eine prachtvolle Fähigkeit, das Gute und Schöne zu empfinden, war ihm neben seinem Pessimismus gegeben, neben überströmender guter Laune. Unter den alten Merksprüchen, die er hier im Esszimmer oben an die Wände hat malen lassen, fand sich auch der lutherische Vers: ?Iss, trink, sei fröhlich hier auf Erd, denk ja nicht, dass es besser wird!"
      Seine hinreißend gute Stimmung, seine glänzende Unterhaltungsgabe, seine leuchtenden Augen übten eine starke Wirkung aus; Ärger und Verstimmung äußerten sich nur mehr in starrem Stillschweigen bei verschlossener Miene.
      Sein Charakter unbeugsam bis zum äußersten, unbedingt für seine Meinung eintretend, hatte er ein unendlich zartes weiches Gemüt. Ein froh gutes Herz, über persönliche Würde und Zuverlässigkeit hatte er strenge, jetzt würde man sagen, altmodische Ansichten, für sich zuerst, aber auch für andere.
      So machtvoll wie er war, so war auch der Rahmen, den seine Persönlichkeit zu geben er gewusst hat, sein Haus und sein Lebensstil.
      Das Haus, das er in seiner ererbten Vorliebe für Nürnberger Renaissance sich gestaltet hat, wurde wirklich der Ausdruck seines Wesens: Festgefügt, behaglich, großzügig; das Leben drin verlief gleichmäßig geordnet, war erfüllt von Arbeit und Erfolg. Nach außen im Alltag anspruchslos im Großen großzügig im Geben und Gewähren; reichlich im Alltag, üppige festliche Gastlichkeit, frohe bewegte Feste. Zu meiner Zeit war es nach außen schon stiller geworden, ich erlebte nur einzelne häusliche Gastereien in großem Stil. Besonders strahlend stehen vor mir die Feste, an denen Vater seine größte Freude hatte - die Familienfeste, die nach jeder Seite schlechthin mustergültig und vollendet schön verliefen.
      Die würdevolle Feier des 7o.Geburtstages im Jahr 1915 stand zwar unter dem Druck des Todes von Hans (ihr Ehemann, 1914 gefallen), verlief aber, der Wichtigkeit des Anlasses entsprechend, in grossem Stil, sowohl was den offiziellen, als was den familiären Teil der Feiern im Hause betrifft, die beiden ältesten Enkel waren anwesend.
      Die sprichwörtliche Gastlichkeit das Hauses umfasste in herzlicher Wärme Familie und Freundschaft, beides im weitesten Sinne. Wir Allernächsten machten natürlich reichlich Gebrauch davon; wir verbrachten alle Urlaube und Ferien daheim und fanden stets offene Arme und freudige Mienen, selbst als wir uns einmal plötzlich telegraphisch ansagten, fünf Mann hoch, obwohl das Hotel Lorenzerstraße 10Ò schon reichlich begastet war. - Die Mutter macht das alles. - Vaters kostbarstes Gut, die Mutter! Diese zierliche, soviel leidende Frau mit der tapferen Seele, dem unerschöpflichen Herzen, war die Erfüllung seines Lebens, die Ergänzung seines Wesens. Als ich aus meiner kleinen, stillen Familie kommend in diesen lebhaften, durchaus männlichen Familienkreis trat, den mächtigen Vater zwischen den drei stattlichen Söhnen sah, war ich schon etwas überwältigt und es wäre mir vielleicht unbehaglich geworden - wären icht die kleine Mutter der Mittelpunkt für diese 4 Mannsleute gewesen, die harmonische heitere Mutter, die mich liebevollst als achtes Kind aufnahm.
      Sie war wirklich die kleine, größere Hälfte; vom Vater an die erste Stelle gesetzt, über alles und jedes; in mustergültiger unmerklicher Art den grossen Haushalt lenkend, seine treue, geistig ebenbürtige Weggenossin im Beruf. Das Physikum konnte die Mutter machen, sagte er von ihr, ebenso stolz, wenn er sich ihrer vortrefflichen Haushaltsführung erfreute.
      Dass die Atmosphäre dieses Hauses eine so ausgeprägte war, ist diesem Doppelwesen zu danken, das die Eltern bildeten,; beiderseitig die geglückte Mischung lebenswarmen Alltags mit höchster Bildung des Geistes und des Hauses.
      Die Gespräche bei Tisch, auf Spaziergängen waren höchst abwechslungsreich, nie einseitig und flach; ob wir Meinungen austauschten über den Polackensalat, ob über Gelesenes, Gedachtes oder Erlebtes oder ob ich neuesten Klatsch aus der Stadt brachte - den Eltern ein neues, ungewohntes Thema - ob eine neue Weinsendung geprobt wurde - alles bekam Gehalt und Form. Auf Gehalt und Form mussten auch wir Wert legen in Wort und Briefen.
      Mit Genu bestärkten wir uns in unserm lieben fränkischen Dialekt; es war lustig wie Vater den Beruf des Anatomen für sich als gefehlt hielt, da er ja das Wort Knochen nicht aussprechen könne! Der lustigen und ernsten Anekdoten gibt es eine Menge. Sie und seine bestimmten Redensarten sind in unsere Familiensprache übergegangen und bleiben hoffentlich ein dauerndes Bestandteil.
      Große Freude und dadurch viel Verständnis (...... 3 Worte nicht lesbar, schlecht kopiert...)
      von Altertümern, wovon die nach Qualität und Quantität fast museumsartigen Bestände im Hause Zeugnis ablegten. Die Eltern kehrten kaum von einer ihrer vielen Reisen zurück, ohne neue Schätze mitzubringen. Ebenso reichhaltig war der Besitz von ausgezeichneten graphischen Werken, wie das Interesse für bildende und tönende Kunst wärmstens gepflegt wurde. Die Zeit der grossen Reisen war vorbei, den österlichen u.pfingstlichen Erholungen folgte dann die grössere Reise in den Hauptferien, die Studienreise nach Südfrankreich war wohl die letzte ihrer Art.
      Der Vater als Grossvater war ausserordentlich beliebt, die Kinder verkehrten mit ihm in zutraulichster Weise, sodass selbst nach der meistens 1/2 jährl.Trennung kein Fremdsein zu überwinden war. Er verstand es sehr gut, sich um ihre Interessen zu kümmern, sie anzuspornen, schätzte u.lobte manierliches Betragen, wozu dankenswerter Weise auch das deutlich verständliche Sprechen rechnete, umso mehr, als er an der Merkelschen Schwerhörigkeit zu leiden anfing. Beim täglichen Nachmittagsspaziergang hüpften die Kinder samt dem Familienschnauzl seelenvergnügt um ihn herum, der geduldig mit an der Eisenbahnschranke den spannenden Vorgang des vorüberfahrenden Zuges abwartete, um zur nächsten zu eilen! Für Erziehunsgfragen lieh er mir stets Rat und Zeit.
      Schmerzlich war mir, dass sich die Tür des grosselterlichen Hauses sobald schliessen sollte; die Kinder waren noch zu klein, um die ganz besondere Atmosphäre dort zu erfassen; was ich durch erzählen und nachleben in ihnen wachhalten konnte, hat in ihnen vielleicht doch ein bleibendes Bild dieser wahren, echten Persönlichkeit geprägt.
      Als ich im Juni 1919 von Vaters Begräbnis zurückgekommen war, versuchte ich den Kindern (dem 12 jährigen u.dem 7 jährigen) ein Bild von den ernsten Reden am Sarg, dem andachtsvollen, feierlichen Akt des Fahnesenkens über dem offenen Grab ..zu geben. ich merkte am aufpasssen, bewegt sein und fragen, dass es ihnen was bedeutete, dieser feierlich ernste Schlußstrich unter das Leben des geliebten, verehrten Großvaters, aber muß unter die Erinnerung an diese mächtige Persönlichkeit, die ein Teil wurde unserer Tradition.
      Diese Tradition gehörte zur Atmosphäre des Elternhauses, wo sie in vorbildlicher Weise gepflegt wurde; nicht in kritiklosen Bewundern der Familie als solche, sondern als Ausdruck der Ehrfurcht vor dem in Ehren gewordenen Gedanken- und Herzensgut, das wir von den Älteren übernommen haben, als ein Mitleben dieser Älteren im jetzigen Leben, die Ehrfurcht vor Bildung, Sitte, Charakter. K Nur wer selber eine eigene starke Tradition in sich habe, könne die Tradition der neuen Familie verstehen und sich annehmen - sagte der Vater als Erklärung für mein Eingehen in die Familie Merkel. Tradition ist Leben der Gegenwart, lebendig durch die Verbundenheit mit der Vergangenheit, das seine Wurzeln, die Quellen seiner Kraft kennt und neue Erkenntnis dazu erwibt und sie weitergibt.
      Der Vorzug, einer gebildeten, achtbaren Familie anzugehören, verpflichtet dazu, diesen kostbaren unverlierbaren Besitz hoch in Ehren zu halten und ihn ehrfurchtsvoll weiterzugeben.

      Dies schrieb ich zum 100.Geburtstag, dessen Gedenken unterging in den Ereignissen. So unterbreite ich diese Skizze, reichlich gekürzt, zum 5.April 1946.

      Mariemargrit Merkel


      Wortabstände eingefügt von Albrecht Merkel 2009
      und folgende Frage stellend:
      Friedrich Merkel und seine Frau lebten in Göttingen.
      Wo lebte Sohn Hans Karl, bei dem die Eltern auf der Reise in den Süden vorbeikamen? Nach den Geburtsorten der Kinder wohl in München.